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Größe Ehre für Alfred Büngen

von Gabriele Bode
 

Zu Büngens herausragenden Projekten gehören Schreibwerkstätten mit Schülern. Seit 2004 organisiert er in Vechta das „Literarische Sommerfest“.

VECHTA /BERNE Eine Überraschung gab es bei der Abschlussveranstaltung der 6.  Bücherwochen in der Berner Kulturmühle (Kreis Wesermarsch) für Verleger, Autor und Geburtstagskind Alfred Büngen – obwohl, eine Vorahnung, dass an diesem Abend etwas Außergewöhnliches geschehen würde, hatte der Geehrte schon, wie er auf Nachfrage gestand: Der frisch vereidigte niedersächsische Kultur- und Wissenschaftsminister Björn Thümler verlieh Büngen im Auftrag von Bundespräsident Frank Walter Steinmeier die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Bildungsbeitrag gewürdigt

Neben seinen Verdiensten um die Berner Bücherwochen sei Büngen in selbstausbeuterischer Tätigkeit stets für Andere da und veranstalte insbesondere mit dem Fokus auf die Kinder- und Jugendarbeit Buchprojekte und Schreibwerkstätten, würdigte der Minister Büngens Beitrag zur kulturellen und demokratischen Bildung.

Büngen, der Germanistik, Politikwissenschaft und Pädagogik studierte, lasse ganze Schulklassen das Schreiben als Ausdrucksmöglichkeit entdecken. Dabei hob Thümler besonders das Romanprojekt mit Braker Gymnasiasten und Förderschülern als großartiges Beispiel gelebter Inklusion hervor. Dank Büngens fachlicher Begleitung konnten mittlerweile auch zahlreiche andere Schulprojekte umgesetzt werden. Dazu zählen auch das kooperative Buchprojekt „Unsere Wege“ mit Schülern der Liebfrauenschule Vechta und des Gymnasiums Antonianum Vechta.

Lesen, lesen, lesen

1999 gründete Büngen in Ahlhorn den Geest-Verlag, der sich seit 2002 in Langförden befindet und mittlerweile mehr als 1000 Autoren veröffentlicht hat. Bücher, die zum Widerspruch auffordern, aber zugleich den Wert von Traditionen beachten, verlege Büngen, dessen Verlag ein Bindeglied zwischen Schreibenden und Lesenden sei. „Gleichgültig, ob Dramatiker, Prosaist oder Lyriker kann ich immer nur allen Autoren zu dem raten, was mein Leben prägt: Lesen, lesen, lesen“, lobte Thümler, der selbst zu den Autoren gehört, die Arbeit von Büngen.

Das Schreiben sei immer eine Sensibilisierung für die Wirklichkeit. In vielen Schulen fehle dafür die Zeit. Er habe Angst um die Gesellschaft, wenn Jugendliche nicht mehr zu Büchern greifen. Die mediale Dauerberieselung sei nicht das Wahre. Vielmehr müsse das Schreiben in der Schule gelernt werden, um zur eigenen Fantasie zu finden, begründete der neue Verdienstmedaillenträger sein Engagement, mit seinen Projekten von klein an den Spaß am Lesen zu wecken.

Büngen engagiert sich auch immer wieder in regionalen und lokalen Kulturinitiativen, die sich der Literaturvermittlung verschrieben haben. Unter anderem organisiert er seit 2004 das „Literarische Sommerfest“ in Vechta.

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